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[Wirtschaft: geschichtliches
zu den Badergründen/Gewerbegebiet 2000]
Bürmoos
ist eine Industriegemeinde
Aus seiner historischen Entwicklung heraus war Bürmoos
stets eine Industriegemeinde. Schon in der bewegten Vergangenheit
unseres Ortes hing das Wohl unserer Gemeinde immer von einer
positiven Entwicklung der Industrie- und Gewerbebetriebe
ab. Der Existenzsicherung und der Ansiedlung von geeigneten
Industrie- und Gewerbebetrieben kommt daher in Bürmoos
ein ganz besonderer Stellenwert zu.
Wer sich daher mit diesem wichtigen kommunalen Thema beschäftigt,
kann dies nicht oberflächlich und schon gar nicht einseitig
machen. Auch die Kenntnis der historischen Zusammenhänge
ist dazu notwendig.
Wer daher an Fakten und Tatsachen zu diesem Thema interessiert
ist und sich nicht mit polemischen Aussagen dazu begnügen
möchte, für den sind die nachfolgenden Zeilen
bestimmt.
Die Textilfabrik Bader
Im Jahre 1947 siedelte sich in Bürmoos die Textilfabrik
Bader an. Der Inhaber dieser Firma, Herr Werner Bader, hatte
in Nordböhmen eine große Textilfabrik besessen
und war so wie 3 Millionen andere Deutsche nach dem II.
Weltkrieg aus der CSSR vertrieben worden.
Die Textilfabrik Bader war ein stattliches Unternehmen und
beschäftigte zu seiner Blütezeit bis zu 70 Weberinnen.
1966 musste jedoch leider der Betrieb eingestellt werden.
Eine
Fabrik im „Dornröschenschlaf“
Von 1966 bis zum Abriss im Jahre 1992 stand die „Baderfabrik“
leer und war eine Industrieruine. Obwohl das gesamte Areal
im Flächenwidmungsplan aus dem Jahre 1971 als Industrie-
und Gewerbegebiet ausgewiesen wurde, kam es trotz laufender
intensiver Bemühungen seitens der Gemeinde zu keiner
neuen Betriebsansiedlung. Offensichtlich hatten die Besitzer
kein Interesse an einem Verkauf.
Der
Flächenwidmungsplan wird 1986 neu überarbeitet
Die nun schon mehr als 20 Jahre brachliegende Industriegebietsfläche
sollte nun endlich für neue Betriebe zugänglich
gemacht werden.
Der gesamten Gemeindevertretung war dabei eines klar:
Eine geordnete Betriebsansiedlung kann es nur geben, wenn
die Gemeinde über das Industriegebiet verfügt
und bei der Auswahl der Betriebe mitreden kann!
Die „Badergründe“
sollten verkauft werden
Nach Gesprächen von Bürgermeister Martin Seeleithner
mit der Familie Bader hatte diese zu verstehen gegeben,
dass sie bei einem entsprechenden Angebot an einem Verkauf
der gesamten Fläche an die Gemeinde interessiert sei.
Für die gesamte Fläche von rund 44.000.
m2 wurde nach Einholung entsprechender Schätzungen
und der Durchführung von Bodenproben ein Kaufpreis
von ATS 14,5 Mio. (ATS 330,-- je m2) genannt.
Kaufanbote von Privaten lagen zwischen 15,5 Mill. ATS und
18 Mill. ATS. Die Familie Bader hat trotzdem die
Gemeinde bevorzugt.
Wie sollte jedoch dieser
Kaufpreis finanziert werden?
Große Investitionen für die Fertigstellung der
Ortskanalisation, der Schulsanierung, dem Ausbau des Kindergartens
etc. standen bevor. Eine Kreditaufnahme in dieser
Höhe war schlichtweg unmöglich.
Trotzdem, diese für die Existenz von Bürmoos wichtige
Gewerbefläche musste für die Gemeinde gesichert
werden!
Die „Tech-Invest“ tritt für die
Gemeinde als Käufer auf
Nach intensiven Gesprächen und Verhandlungen von Bürgermeister
Seeleithner, Vizebürgermeister Judas, Gemeinderat Mack
und Gemeindevertreter Rückl konnte die „Salzburger
Betriebsansiedlungsgesellschaft“ (später „Tech-Invest“)
dazu bewogen werden, die „Badergründe“
in ihrer Gesamtheit für die Gemeinde Bürmoos treuhändig
zu erwerben.
Der Vertrag wurde so gestaltet, dass die Betriebsansiedlungsgesellschaft
als Käufer auftritt, den Kaufpreis bezahlt und für
die Ansiedlung der Betriebe sorgt. Der Gemeinde wurde jedoch
das Recht zugesprochen, die tatsächliche Auswahl der
anzusiedelnden Betriebe (umweltfreundlich und arbeitsplatzintensiv)
vornehmen zu dürfen.
Diese Vorgangsweise setzte die Gemeinde in die Lage, eine
geordnete Betriebsansiedlung zu lenken, ohne dafür
zunächst eigenes Geld aufwenden zu müssen. Nur
jene Grundstücke, die nach Ablauf von 10 Jahren von
der „Tech-Invest“ nicht verwertet sein sollten,
sollten von der Gemeinde angekauft werden.
Die Alternative dazu
wäre gewesen, dieses im Herzen von Bürmoos
gelegene Industriegebiet womöglich privaten Spekulanten
zu überlassen und bei der Auswahl der Betriebe kein
wirkliches Mitspracherecht zu haben.
Von der Gemeinde wird das
neue „Gewerbegebiet 2000“ aufgeschlossen
Sofort nach dem Ankauf durch die „Tech-Invest“
begann man 1993 mit der Aufschließung des gesamten
Areals. Die Kosten dafür betrugen ca. 6 Mio. ATS. Die
anteiligen Aufschließungskosten wurden auf den Grundstückspreis
aufgeschlagen. Es ergab sich damit ein Gesamtpreis
pro m2 von ATS 800,-- (Grundpreis u. Aufschließung).
Auch andere Gewerbetreibende
siedeln sich an
Im Einvernehmen mit der Gemeinde Bürmoos haben sich
nach Eröffnung des „Gewerbegebietes 2000“
folgende Betriebe angesiedelt:
- Waschpark
- De Puy
- Firma Juhn
- Tischlerei Anton Jaidl
Natürlich gab es auch
Anfragen von anderen Betrieben, die aber nicht in das Ansiedlungskonzept
der Gemeinde gepasst haben (Kompostierungsanlage, Transportunternehmen
etc.).
Firma „Wiberg“ tritt
von ihren Absichten zurück
Wiberg hatte bereits im Juli 1992 ca. 18.000 m2 zu einem
Kaufpreis von ATS 10,930.000,-- erworben.
Obwohl das Grundstück nun voll aufgeschlossen war und
alle behördlichen Genehmigungen für die Betriebserrichtung
vorlagen, musste die Firma „Wiberg“ auf Grund
geänderter Umstände von der Errichtung ihres Betriebes
in Bürmoos Abstand nehmen. Eine Entwicklung die zum
Zeitpunkt des Kaufvertragsabschlusses wohl von beiden Seiten
nicht vorhersehbar war.
Die Preise für Gewerbegrundstücke
purzeln in den Keller
Mittlerweile hatte sich auf dem Markt für Gewerbegrundstücke
eine Entwicklung ergeben, die in dieser Form niemand erwartet
hätte. Bisher hatten sich Grundstücke stets als
werthaltig erwiesen. Mit der Einstellung der Kohleförderung
in Trimmelkam wurden dort Gewerbeflächen um einen „Schleuderpreis“
an geboten.
Auch in Lamprechtshausen wurden Gewerbegründe um ATS
650,-- offeriert. Derzeit sind im nicht weit entfernten
Gewerbegebiet Moosdorf/Elling Grundstücke
um € 25,-- zu haben. Im Gewerbegebiet
Salzach-Mitte (Ostermiething) bezahlt man
gar nur € 14,50, allerdings ohne Aufschließungskosten
und mit EU-Förderung!
Demgegenüber liegt heute der Preis in unserem
„Gewerbegebiet 2000“ bei € 80.79 / m2 inkl.
Aufschließung!
Damit ist dem Industriestandort Bürmoos eine große
Konkurrenz erwachsen, die es früher nicht gab.
Auch am Grundstücksmarkt
gelten die Regeln von Angebot und Nachfrage
Nachdem die Firma Wiberg im Jahr 1999 ihr Grundstück
wieder zurückgegeben hatte, stand dieses Areal für
andere Firmen zur Verfügung. Erfreulicherweise meldete
das Dentalwerk Interesse an diesem Grundstück an, um
darauf den dringend erforderlichen Erweiterungsbetrieb zu
errichten. Natürlich gab es dazu auch günstige
Offerte von anderen Gemeinden, die an der Ansiedlung eines
so bedeutsamen Betriebes größtes Interesse haben.
Obwohl das Dentalwerk schon aus der Tradition heraus
für ihren Erweiterungsbetrieb auf den Standort Bürmoos
größten Wert gelegt hat, müssen bei derart
großen Investitionen betriebswirtschaftliche Überlegungen
im Vordergrund stehen.
Entscheidend für einen Grundkauf ist ja nicht der Umstand,
welche Kosten der Verkäufer für sein Grundstück
aufgewendet hat, sondern zu welchem Preis vergleichbare
Grundstücke am freien Markt gehandelt werden. Auch
einem noch so ortsverbundenen Unternehmen kann nicht zugemutet
werden, für ein Grundstück in Bürmoos ein
mehrfaches von dem aufzuwenden, was in vergleichbarer Lage
in einer anderen Gemeinde bezahlt werden muss.
Neue Überlegungen
werden angestellt
Da die Gemeinde größtes Interesse
haben muss, einen wirtschaftlich so bedeutsamen
Betrieb in seiner Gesamtheit bei sich zu behalten,
mussten daher bei der Gestaltung des Grundstückspreises
marktwirtschaftliche Überlegungen angestellt werden.
Auch ein Privater, der ein Grundstück
mit Kredit kauft und dafür Zinsen und Kosten aufwenden
muss, wird sein Grundstück nur zum
Marktwert verkaufen können und nicht zu jenem Preis,
der sich aus der Kreditsumme samt Zinsen und Zinseszinsen
errechnet!
Wenn er nicht auf seinem Grundstück und seinem
dafür aufgenommenen Kredit sitzen bleiben will, wird
er sich gezwungen sehen, den tatsächlichen Markgegebenheiten
Rechnung zu tragen.
Das ist kein „Unfall“
sondern unternehmerisches Risiko!
Der neue Betrieb von „W &
H“ Dentalwerk entspricht voll und ganz den Zielsetzungen
der Gemeinde.
Mit der Errichtung der neuen Betriebsstätte
von „W & H“ Dentalwerk wurde ein
besonders umweltfreundliches Unternehmen im Gewerbegebiet
angesiedelt und dabei 80 Arbeitsplätze neu
geschaffen bzw. für Bürmoos gesichert!
Durch die Ansiedlung
der neuen Betriebe haben sich auch die Steuereinnahmen
für die Gemeinde beträchtlich erhöht!
Jeder verantwortungsbewusst
denkende Bürger wird überzeugt sein, dass die
Gemeinde richtig gehandelt und Bürgermeister Seeleithner
und die Gemeindevertretung, so wie in vielen anderen Dingen,
Weitblick gezeigt hat.
Nun
steht auch der Ankauf der restlich noch verfügbaren
Fläche im Gewerbegebiet 2000 bevor
Nächstes Jahr, wo der Vertrag mit der „Tech-Invest“
abläuft, sollte die Gemeinde Bürmoos die bisher
noch nicht verkaufte Fläche von 10.866.m2 zu
dem im Vertrag festgelegten Preis inklusive Zinsen ankaufen.
Dafür sind die erforderlichen Mittel im Budget
vorgesehen. Interessenten dafür sind bereits
vorhanden. Damit wird dann unser Gewerbegebiet 2000 so verwertet
sein, wie es den Vorstellungen der Industriegemeinde Bürmoos
entspricht!
Leider hat es die „Tech-Invest“
bisher nicht verstanden, geeignete Betriebe nach Bürmoos
zu bringen. Ob und zu welchen Bedingungen daher die Gemeinde
tatsächlich die restliche Fläche ankauft, werden
daher erst intensive Verhandlungen ergeben. Jedenfalls steht
die Gemeinde Bürmoos auf dem Standpunkt, dass die „Tech-Invest“
ihrer im Vertrag übernommenen Aufgabe, für die
Ansiedlung geeigneter Betriebe Sorge zu tragen, keinesfalls
nachgekommen ist!
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