| [Wasserversorgung:
geschichtliches]
Der Ort
Bürmoos entsteht . . .
Die Gründung des Ortes Bürmoos datiert um das
Jahr 1860. Der damalige Bürgermeister von Salzburg,
Ritter von Mertens, errichtete gemeinsam mit seinem Partner
Graf Lippe aus Leipzig eine Torfkohlenfabrik und eine kleine
Ziegelei samt Wohngebäude (später „Herrenhaus“).
Diese kleine Industriesiedlung mit maximal 50 Arbeitern
stand am höchsten Punkt einer festen Landzunge, die
sich von Süden ausgehend, vom Arnsdorfer Holz bis zum
heutigen Dentalwerk erstreckt. In nördlicher Richtung,
nach Westen und nach Osten dehnte sich das bis dahin noch
weitestgehend unberührte „Biermoos“ –
ein Hochmoor mit einer Torfmächtigkeit bis zu 9 m.
Die Wasserversorgung für diese kleine in der völligen
Wildnis gelegene Industrieansiedlung muss damals gar nicht
so unproblematisch gewesen sein. Zwar war das Moor ein einziger
Wasserschwamm, aber das braune Moorwasser war ungenießbar
und eine direkte Quelle gab es in der Nähe nicht.
Der Hüttenbrunnen von Ignaz
Glaser
Erst im Jahre 1885 gelang es Ignaz Glaser zur Sicherstellung
der Wasserversorgung des mittlerweile stark aufstrebenden
Glasbläserdorfes einen 14m tiefen Brunnen im Ortszentrum,
zwischen Glashütte und Gasthaus, zu schlagen (siehe
Bild). 
Glaser schreibt dazu in seinem
Tagebuch: „So ist denn die permanente Trinkwassernot
von hier gebannt“.
Später wurde auch beim neuen Lokalbahnhof (errichtet
1895) und beim Ringofen (1896) der Bevölkerung ein
Brunnen zur Verfügung gestellt. Von dort holten die
Glasarbeiter, Torfstecher und Ziegelarbeiter mit Eimern
das Wasser und trugen dieses in ihre Wohnungen im Neubau,
Ziegelstadel, Herrenhaus, Hafenstube, Magazin, Schneegatternhaus
und Bahnhofhaus.
Der Dorfbrunnen war natürlich der Ort, wo alle Neuigkeiten
zu erfahren waren und wo der „Dorftratsch“ seinen
Ausgang nahm . . .
Bis nach Ende des II. Weltkrieges stellten diese beiden
Brunnen im wesentlichen die Wasserversorgung für die
gesamte Bürmooser Bevölkerung dar. Auch die vereinzelt
bereits errichteten Bauernsölden und Arbeiterhäuser
hatten ihre eigenen Hausbrunnen, aus denen meist das braune
Moorwasser geschöpft wurde.
Das „Torfstecherbründl“
im Laubschachen
Bei den Torfstechern war die kleine Quelle, mit klarem Wasser,
draußen am „Laubschachen“ im Hödlwald
bekannt. Auf ihrem Weg von Bürmoos hinaus auf die Torffelder
im Rodingerwinkel kamen die Torfarbeiter an dieser Quelle
vorbei. Viele füllten dort ihre Wassergefäße,
um ihren brennenden Durst beim Torfstechen in der Gluthitze
des Moores zu stillen.
Der Wasserturm wird errichtet
Das rapide einsetzende Bevölkerungswachstum nach dem
Krieg, bedingt durch die Errichtung von zahlreichen Fabriksbetrieben
wie dem Dentalwerk, Textilfabrik Bader, Gießerei Waldstein,
Stickstoffwerke und die Ansiedlung von vielen Heimatvertriebenen
aus dem Banat, Siebenbürgen und Sudetenland, erforderte
eine geordnete und gesicherte Wasserversorgung aus einer
Wasserleitung.
Dazu wurde in Zehmemoos und in Bürmoos eine jeweils
eigenständige Wassergenossenschaft gegründet.
Zehmemoos bezog sein Wasser aus dem Brunnen der damaligen
Firma Schmohn (später „Miele“).
In Bürmoos entsann man sich der Quelle im Hödlwald
am Laubschachen und baute dort in den Jahren 1952/53 einen
Brunnen mit Wasserturm und einer Wasserleitung. Damit war
die Versorgung des gesamten Ortsgebietes mit klarem Wasser
über eine eigene Wasserleitung vorerst gesichert.
Der Bau der Wasserleitungen – eine wahre Pionierleistung
der Bürmooser „Siedler“
Wurde das Wasser über den von der Wassergenossenschaft
errichteten Wasserturm gefördert, den Bau der Wasserleitung
zu den einzelnen Häusern in den verschiedenen Siedlungen
(Siedlung Zehmemoos, Bahnhof- und Friedhofsiedlung, Seidlsiedlung,
Lanschützerhügel und Birkenstraße) mussten
die Hausbesitzer zum Großteil selber vornehmen. Die
Wasserleitung wurde im Sinne einer echten Interessensgemeinschaft
verlegt. Jeder Hausbesitzer musste eine bestimmte Wegstrecke
entweder selber graben, oder dafür die Kosten tragen.
Und weil Geld knapp war, haben die meisten Siedler gegraben.
So wurde in den 50er Jahren Haus um Haus in Bürmoos
mit dem nötigen Wasser versorgt.
Der Wasserverbrauch war damals sehr gering. Die meisten
Häuser hatten noch keine Waschmaschinen, Duschen oder
Bäder. Gebadet wurde meistens am Samstag in einer Blechwanne
in der Waschküche. Da die meisten Bürmooser auch
noch kein Auto hatten, wurde auch dafür kein Wasser
vergeudet.
Ein Problem hat sich dabei im nachhinein herausgestellt
– wo liegt die Wasserleitung?
Leider erhielt die Verlegung der Wasserleitung eine gewisse
Eigendynamik. Jeder baute halt so drauf los, wie er es gerade
für richtig empfand. Großteils fehlten bzw. fehlen
auch heute noch genaue Aufzeichnungen darüber, wo denn
genau die Wasserleitung verläuft. Häufige Rohrbrüche
bei Grabungsarbeiten waren und sind die Folge.
„Rotalgen“ sind im Wasser
Weil unser Wasser vom Wasserturm stark eisenhaltig war,
trat Ende der 60er Jahre in unserem Trinkwasser die Rotalge
auf. Eine rote Brühe kam aus den Wasserhähnen.
Die Frauen waren alle verzweifelt, denn mit diesem Wasser
konnte keine Wäsche gelingen. Nur mit Mühe gelang
es, dieses Übel zu beseitigen.
Der Brunnen am „Laubschachen“ versiegt
Mitte der 60er Jahre begann man mit der totalen Entwässerung
des Torffeldes im Rodinger Moos. Ob das Versiegen der Quelle
beim Wasserturm damit zusammenhängt, oder ob andere
Gründe dafür ausschlaggebend waren, kann mit Sicherheit
heute niemand mehr feststellen. Jedenfalls musste sich nun
Bürmoos um eine neue Wasserversorgung umsehen.
Die Gemeinde Bürmoos beteiligt sich am Brunnen
Krögn in Holzhausen
Weil in unserer Nachbargemeinde aus dem Brunnen in Holzhausen/Krögn
zur damaligen Zeit genügend Trinkwasser sprudelte,
schloss am 17. Juni 1974 die Gemeinde Bürmoos mit der
Wassergenossenschaft St.Georgen einen Wasserabnahmevertrag
ab. Dieser Vertrag sieht vor, dass die Gemeinde Bürmoos
die 8 Liter je Sekunde (8l/sec.) übersteigende Wasserschüttung
übernehmen kann.
Eigentümer dieses Brunnens war und ist die Wassergenossenschaft
St.Georgen. Mittlerweile ist jedoch durch die Absenkung
des Grundwasserspiegels die Förderleistung auf 13l/sec.
zurückgegangen, Bürmoos erhält davon die
5l/sec. Eine ausreichende Versorgung aus Krögn ist
daher für Bürmoos derzeit sicherlich nicht möglich.
Das 2. Standbein für Bürmoos – das
Wasser aus dem „Duswaldbrunnen“
Frühzeitig sicherte sich Bürmoos auch den Bezug
von Trinkwasser aus dem Brunnen der Firma Duswald an der
Gemeindegrenze zu Lamprechtshausen. Mit dem Wasser aus Krögn
und aus dem Duswaldbrunnen war Bürmoos ausreichend
versorgt.
Allerdings musste die Gemeindevertretung daran interessiert
sein, eine gesicherte Wasserversorgung aus einem eigenen
Brunnen anzustreben. Man begab sich daher auf die Suche
nach einer gemeindeeigen Quelle.
Bürgermeister Roschanek lässt den Brunnen
in Holzhausen/Hutten bauen
Bürgermeister Roschanek war aus seiner früheren
Gemeindetätigkeit in St.Georgen, als ein Großteil
von Bürmoos noch Bestandteil der Gemeinde St.Georgen
war, mit den Verhältnissen in unserer Nachbargemeinde
bestens vertraut und wurde dort von vielen Bürgern
geehrt und geschätzt.
Roschanek entsann sich, dass an der westlichen Krögnerleithen
zahlreiche Quellen zu Tage treten und setzte sich mit dem
ihm bekannten Grundbesitzer in Verbindung. Anschließende
Messungen der Quellschüttung über einen längeren
Zeitraum ergaben eine Wasserleistung von mehr als 20l/sec.
Geologische Untersuchungen durch das Büro DI Enichlmayr
ergaben ebenfalls ein positives Bild. Jetzt stellten sich
aber schon die ersten Schwierigkeiten und Probleme ein.
Die benachbarten Brunnenbesitzer fürchteten um die
Sicherheit ihrer Trinkwasservorräte. In schwierigen
und langwierigen Verhandlungen gelang es jedoch Bgm. Franz
Roschanek und Gemeinderat Anton Mack eine für die gesamte
Gemeindevertretung akzeptable Vereinbarung abzuschließen.
Im Herbst 1989 begann man mit dem Bau des Brunnens und dem
Bau der Wasserleitung nach Bürmoos. Dieser Brunnen
steht im Eigentum der Gemeinde Bürmoos. Als Hochbrunnenbehälter
wurde der alte Wasserturm im Laubschachen ausgebaut. Mit
dem Recht des Wasserbezuges von 20l/sec. aus dem eigenen
Brunnen, bei einem damaligen Verbrauch von ca.10l/sec. schien
das Wasserproblem ein für allemal gelöst.
Die Brunnen versiegen . . .
Kaum war der Brunnen Hutten in Betrieb, gab es Beschwerden
der benachbarten Brunnenbesitzer. Sie alle beklagten sich
darüber, dass nach Beginn der laufenden Wasserentnahme
aus unserem Brunnen sich der Grundwasserspiegel abgesenkt
hätte und ihre Brunnen Gefahr laufen würden, trocken
zu fallen.
Umfangreiche Messungen der Wasserrechtsbehörde bewirkten
schließlich die Einschränkung der Fördermenge
aus unserem Brunnen in Hutten auf 4l/sec. Damit wurde das
eben als gelöst geglaubte Wasserproblem wieder akut
und Bürmoos muss sich neuerlich auf Wassersuche begeben.
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