01.10.2004
Gerangel um Heim

Oberndorf will Bürmoos beim geplanten Altenheim helfen. Jetzt geht die Angst um, das Rote Kreuz könnte die Betriebsleitung wegschnappen.
Carolina InamaBürmoos, OBERNDORF (SN). Das geplante Altenheim in Bürmoos sorgt schon für Wirbel bevor noch der Grundstein dafür gelegt ist. Es geht um die Frage, wer das Seniorenhaus betreibt.

"Wir hatten mit Bürmoos vereinbart, Verwaltungsgemeinschaften zu bilden", sagt der Oberndorfer Ortschef Peter Schröder (SPÖ). Das hieße beispielsweise ein gemeinsamer Einkauf für das Oberndorfer und das Bürmooser Seniorenheim, gemeinsame Wäsche oder gemeinsame Sozialverrechnung.

Jetzt verunsichern den Bürgermeister Gerüchte, wonach auch das Rote Kreuz als potenzieller Betreiber des Seniorenheims ins Spiel gebracht werde. "Es gibt eine Arbeitsgemeinschaft, in der das auch Rote Kreuz vertreten ist. Das ist befremdend, angesichts unserer Vereinbarung mit Bürmoos." Oberndorf habe umfangreiches Know-how, wie ein Seniorenheim geführt werden müsse. "Bürmoos soll sich klar zur Kooperation mit uns bekennen. Sonst setz' ich meine Leute nicht in die Arbeitsgruppe und geb' unser Wissen preis."

Sein Engagement in der Arbeitsgruppe sei ein "Dienst an der Region" und beinhalte keine Forderung, betont Rotkreuz-Chef Gerhard Huber. "Wir haben viel Fachwissen - schließlich führen wir fünf Heime im Bundesland und haben mit zwei weiteren Gemeinden Kooperationsverträge." Dass die Leitung des Hauses in Frage komme, bestreitet Huber nicht. "Wir haben vor drei Jahren Bürgermeister Seeleithner unser Interesse bekundet." Die Entscheidung liege aber allein bei den Gemeinden.

Der Bürmooser Bürgermeister Martin Seeleithner (LBS) ist um Klarstellung bemüht. "Wir werden eine Verwaltungsgemeinschaft mit Oberndorf eingehen. Wenn diese allerdings nicht wirtschaftlicher ist als je ein Betreiber für jedes der Seniorenheime, dann werden wir ein anderes Führungsmodell suchen."

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